Du bist schuld. Na und?

Wenn wir abends Schwierigkeiten beim Einschlafen haben, liegt das oft an negativen Gedanken. Wir lassen sie im Kopf kreisen, diskutieren sie innerlich durch und suchen nach einem Schuldigen. Und der ist natürlich schnell gefunden: Wir selbst.

Schließlich soll man die Schuld ja nicht immer auf Andere schieben. Aber wir selbst sind genau die Person, die mit dieser Schuldzuweisung nichts anfangen kann. Denn an der Tatsache, dass wir einen Fehler gemacht haben, ändert sich dadurch nichts. Und besser fühlen wir uns garantiert auch nicht.

Ab in den Müll mit der Schuld

Es nutzt niemandem, sich selbst die Schuld an Fehlern der Vergangenheit zu geben. Das zieht nur runter und kostet Kraft – vom Schaden am Sebstbild ganz zu schweigen.  Viel sinnvoller ist es, Fehler zu erkennen und sie in Zukunft zu vermeiden. Fehler lassen sich korrigieren – Schuld nicht.

Der Begriff Schuld hat im Umgang mit uns selbst nichts verloren. Er führt nur dazu, dass wir uns fertigmachen. Ab in den Müll damit!

Bild: Coachmyself

„Mir ist nicht danach“ ist nichts für dich!

„Mir ist nicht danach. Das mache ich später“ – diese Worte kennen wir alle. Wir hören sie meistens dann, wenn wir ein Projekt starten oder an einer wichtigen Sache arbeiten wollen.  Hier soll es darum gehen, was von solchen Gedanken zu halten ist – und wie wir sinnvoll mit ihnen umgehen können. Denn auch schon bei Kleinigkeiten stehen wir uns zu oft selbst im Weg.

„Mir ist nicht danach“ ist von Vorgestern

Tatsache ist, dass „Mir ist nicht danach“ keinerlei Macht darüber hat, ob wir eine Aufgabe tatsächlich angehen. Oder angehen sollten. Der Satz bestimmt auch nicht, wie es uns beim Tun dann gehen wird. Es ist einfach nur einer der vielen Versuche unseres Gehirns, uns von Anstrengung abzuhalten.

Denn wenn das Gehirn in einer Sache gut ist, dann darin, Energie zu sparen! Das hat mit unserer Biologie zu tun. Schließlich wäre es evolutionär wenig sinnvoll, ständig das Maximum an Energie zu verbrauchen, wenn man sie doch eigentlich für die Jagd auf ein Mammut oder die Flucht vor einem Säbelzahntiger brauchen kann.

Aber wir leben nicht mehr in Zeiten, in denen wir uns unser Essen erjagen oder (hoffentlich) nicht ständig um unser Leben rennen müssen. Wir leben in Zeiten, in denen es uns oft verdammt schwer fällt, uns zu sinnvollen Aktivitäten zu motivieren.

Aufgeschoben ist aufgehoben

Was also tun wenn der Energiesparer in uns ein „Kein Bock, mach ich später“-Bombardement auf uns startet?  Wenn wir Sport machen möchten, den Müll rausbringen oder ein wichtiges Paper schreiben?

Wenn wir nachgeben, uns sagen, dass wir das ja auch später machen können, wird nichts draus. Ehrlich, auf die Art gammelt man nur weiter. Aufgeschoben ist in Sachen Motivation zu häufig eben aufgehoben.

Wenn wir  also den Impuls haben, etwas Sinnvolles zu tun, dann zählen wir von drei runter – und wir fangen damit an! Nicht auf Diskussionen mit uns selbst einlassen und einfach loslegen.

 3.. 2.. 1.. und los!

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